Die digitale Baufinanzierung ist für Finanzierungsberater und Finanzierungsvermittler längst kein Zukunftsthema mehr. Sie entscheidet heute darüber, wie effizient Anfragen bearbeitet werden, wie schnell Kunden eine Rückmeldung erhalten – und wie gut Beratung in einem zunehmend komplexen Markt skalierbar bleibt.
Im Interview mit Christian Kunde, Geschäftsführer der finflow GmbH und seit über 17 Jahren in der Digitalisierung von Finanzierungs- und Immobilienunternehmen tätig, wird deutlich: Digitale Baufinanzierung ist weniger eine Frage einzelner Tools als vielmehr eine Frage von Struktur, Prozessen und Haltung gegenüber Veränderung.
Digitale Baufinanzierung vs. digitale Baufinanzierungsberatung
Der Begriff digitale Baufinanzierung wird häufig mit dem rein digitalen Abschluss für Endkunden gleichgesetzt. In der Praxis meint digitale Baufinanzierungsberatung jedoch etwas anderes: Sie beschreibt die strukturierte Digitalisierung von Beratungs-, Prozess- und Vertriebsabläufen für Finanzierungsberater – nicht den Ersatz der persönlichen Beratung.
Digitale Baufinanzierung steht für einen durchgängig digital unterstützten Finanzierungsprozess: von der ersten Anfrage über die strukturierte Erfassung von Kundendaten und Unterlagen bis hin zur Kreditentscheidung und Dokumentation. Für Finanzierungsberater bedeutet das vor allem eines: weniger manuelle Arbeit, klarere Abläufe und mehr Zeit für die eigentliche Beratung.
Ziel dieser Entwicklung ist es nicht, Beratung zu automatisieren oder zu anonymisieren, sondern sie gezielt zu entlasten. Standardisierte digitale Prozesse übernehmen Routineaufgaben, während Berater ihre Stärken dort ausspielen können, wo sie den größten Mehrwert schaffen – in Analyse, Einordnung und dem persönlichen Kundengespräch.
Christian Kunde bringt diesen Ansatz im Interview treffend auf den Punkt: „Viele Finanzierungsbetriebe arbeiten mit Abläufen, die über Jahre gewachsen sind – oft ohne Dokumentation und mit starkem Personenbezug.“ Genau hier setzt digitale Baufinanzierungsberatung an: Sie schafft Struktur, Transparenz und Skalierbarkeit – ohne die persönliche Beratung aus dem Mittelpunkt zu nehmen.
Digitale Baufinanzierung scheitert selten an Software, sondern an gewachsenen Strukturen
Ein zentrales Thema im Interview ist das Mindset in der Finanzierungsberatung. Viele Vermittler fürchten, durch Digitalisierung ihre persönliche Note zu verlieren. In der Praxis zeigt sich jedoch das Gegenteil: Struktur schafft Freiraum.
„Digitalisierung macht einen schlechten Prozess nicht besser – sie macht ihn nur sichtbar“, erklärt Christian Kunde im Gespräch. Gerade in Finanzierungsbetrieben liegen Informationen häufig verteilt in E-Mail-Postfächern, Excel-Listen oder im Kopf einzelner Mitarbeitender. Diese Datensilos verhindern Automatisierung und erschweren Vertretung, Wachstum und Qualitätssicherung.
Digitale Baufinanzierung beginnt deshalb immer mit einer ehrlichen Analyse:
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Wie kommen Finanzierungsanfragen ins Unternehmen?
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Wo werden Kundendaten gespeichert?
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Wie werden Unterlagen angefordert, geprüft und nachgehalten?
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Welche Schritte laufen heute manuell und wiederkehrend ab?
„Digitalisierung macht einen schlechten Prozess nicht besser – sie macht ihn nur sichtbar. Deshalb muss die Struktur vor der Automation kommen.“
Christian Kunde Geschäftsführer, finflow GmbH
Vom Lead zur Beratung: Digitale Baufinanzierung im Alltag von Vermittlern
Ein besonders praxisnahes Beispiel aus dem Interview ist der Umgang mit Lead-Anfragen. Viele Finanzierungsvermittler kennen die Situation: Eine Anfrage kommt abends oder am Wochenende – beantwortet wird sie erst am nächsten Werktag.
Für Kunden ist das oft zu spät. Digitale Baufinanzierung ermöglicht es, genau hier anzusetzen: Automatisierte Eingangsbestätigungen, Terminbuchungen oder erste Informationsabfragen können sofort erfolgen – unabhängig von Uhrzeit oder Auslastung.
Christian Kunde beschreibt, wie sich dadurch der Arbeitsalltag verändert: „Berater starten montags strukturierter, weil Termine bereits gebucht sind und Kunden klar geführt wurden. Gleichzeitig sinkt der mentale Druck, ständig „hinterherarbeiten“ zu müssen.“
Automatisierung in der digitalen Baufinanzierung: klein anfangen, wirksam skalieren
Damit digitale Baufinanzierung zuverlässig funktioniert, braucht es ein stabiles Fundament. Dazu zählen:
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professionelle, einheitliche Kommunikationskanäle
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eine strukturierte Dateiablage
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klar definierte Prozessschritte
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ein zentrales CRM als Single Source of Truth
Christian Kunde betont im Interview, dass viele Betriebe zwar Software einsetzen, diese aber nicht konsequent oder falsch konfiguriert nutzen. Digitale Baufinanzierung scheitert dann nicht am Tool, sondern an fehlender Klarheit über Prozesse und Zuständigkeiten.
Erst wenn diese Basis steht, lassen sich Automationslösungen sinnvoll anbinden – etwa zur Verbindung von Website-Formularen, CRM und internen Workflows.
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Mehr InformationenKlassische Automatisierung und KI: Was für Finanzierungsvermittler relevant ist
Im Interview unterscheidet Kunde klar zwischen klassischer Automatisierung und KI-gestützten Prozessen. Klassische Automatisierung folgt festen Regeln: Ein Ereignis löst einen definierten Ablauf aus.
KI erweitert diesen Ansatz, indem sie Inhalte versteht und einordnet. Für Finanzierungsberater bedeutet das zum Beispiel:
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automatische Unterscheidung zwischen Neuanfrage und Bestandskunde
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intelligente Vorsortierung von Unterlagen
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Priorisierung von Anfragen nach Relevanz
Digitale Baufinanzierung profitiert davon, weil Prozesse flexibler werden, ohne an Struktur zu verlieren. Die Beratung bleibt menschlich, aber die Vorbereitung wird intelligenter.
Kundenerlebnis, Bewertungen und Sichtbarkeit für Finanzierungsberater
Ein weiterer wichtiger Aspekt digitaler Baufinanzierung ist das Kundenerlebnis nach der Beratung. Automatisierte Prozesse sorgen dafür, dass Bewertungen nicht vergessen werden und zu einem festen Bestandteil des Ablaufs werden.
Christian Kunde weist im Interview darauf hin, dass der optimale Zeitpunkt für eine Bewertung häufig der Moment der Kreditzusage ist – ein emotionaler Höhepunkt für Kunden. Wird dieser Zeitpunkt automatisiert genutzt, steigt die Anzahl hochwertiger Bewertungen deutlich.
Für Finanzierungsvermittler werden Bewertungen zunehmend relevant:
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für Vertrauen bei Neukunden
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für Sichtbarkeit in Suchmaschinen
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für Auffindbarkeit in KI-gestützten Suchsystemen
„Automation soll Finanzierungsberater nicht ersetzen, sondern ihnen genau dort Zeit zurückgeben, wo echte Beratung und Empathie gefragt sind.“
Christian Kunde Geschäftsführer, finflow GmbH
„Time to Yes“: Die neue Kennzahl der digitalen Baufinanzierung
Besonders spannend für Finanzierungsberater ist die von Kunde genannte Kennzahl „Time to Yes“ – die Zeit vom Eingang der Anfrage bis zur Finanzierungszusage der Bank.
Digitale Baufinanzierung ermöglicht es erstmals, diesen Zeitraum systematisch zu messen und zu verkürzen. Automatisierte Datenerfassung, strukturierte Unterlagen und klare Prozesse wirken direkt auf diese Kennzahl.
Wer hier schneller und sauberer arbeitet, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil – gerade in einem Markt mit steigender Komplexität und sinkender Lead-Qualität.
Fazit: Digitale Baufinanzierung als Hebel für moderne Finanzierungsberatung
Für Finanzierungsberater und Finanzierungsvermittler ist digitale Baufinanzierung kein Selbstzweck. Sie ist ein strategischer Hebel, um Beratung effizienter, planbarer und kundenorientierter zu gestalten.
Das Interview mit Christian Kunde zeigt deutlich: Erfolgreiche Digitalisierung beginnt nicht bei KI oder Tools, sondern bei Struktur, Prozessen und der Bereitschaft, gewachsene Abläufe zu hinterfragen. Wer diesen Weg geht, schafft die Grundlage für nachhaltigen Erfolg in der Baufinanzierungsberatung.
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