Der Anteil privater Vermieter macht den Löwenanteil am deutschen Mietmarkt aus – laut DI Vermieterreport 2026 stellen sie über 60 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestands. 

Das entspricht rund 5,5 Millionen privaten Haushalten, die aktiv vermieten, oft als smarte Altersvorsorge oder lukrativer Nebenverdienst. Philipp Netz, Gründer der Mieteinander GmbH und selbst passionierter Vermieter aus Stralsund, fasst es treffend zusammen: „Gewohnt wird immer. Die Nachfrage nach gutem Wohnraum ist ungebrochen, egal ob in Metropolen oder C-Städten.“

In unserem exklusiven Interview teilt er praxisnahe Einblicke aus Mecklenburg-Vorpommern, wo er von der ersten leerstehenden Wohnung bis zu Mehrfamilienhäusern skaliert hat.

Der Markt hat sich seit der Niedrigzins-Hype-Phase normalisiert, doch Immobilien bleiben eine Top-Anlageklasse. Warum prägen private Vermieter den Mietwohnungsmarkt so stark? Und wie starten Sie als Einsteiger? Lassen Sie uns das Schritt für Schritt beleuchten – mit aktuellen Zahlen, regionalen Breakdowns und Netz‘ Insider-Tipps.

Private Vermietungen dominieren den deutschen Mietmarkt

Laut dem DI Vermieterreport 2026, der in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) auf Basis von 1.002 befragten privaten Vermietern erstellt wurde, stellen private Vermieter weiterhin über 60 Prozent des gesamten deutschen Mietwohnungsbestands.

Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter Immobilienmärkte am IW Köln, betont: „Private Vermieter stellen nicht nur den Großteil der Mietwohnungen, sondern sorgen auch für ein äußerst facettenreiches Angebot – überproportional viele Wohnungen in guten Lagen und mit gehobener Ausstattung.“

Der Markt wird nach wie vor von Kleinvermietern dominiert: 58 Prozent der privaten Vermieter vermieten lediglich eine Wohnung, weitere 19 Prozent zwei Wohnungen – drei Viertel der privaten Vermieter besitzen also höchstens zwei Einheiten.

Das jährliche Bruttomieteinkommen bleibt für die Mehrheit überschaubar: Über die Hälfte der Vermieter erzielt weniger als 10.000 Euro pro Jahr aus der Vermietung. Für die meisten ist es eine ergänzende Einnahmequelle, keine primäre Einkommensbasis – aber eine mit langfristigem Wertsteigerungspotenzial, das eine professionelle Baufinanzierung von Anfang an voraussetzt.

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Wer sind die privaten Vermieter – und was treibt sie an?

Die typischen privaten Vermieter in Deutschland sind Mittelständler. Rund 80 Prozent besitzen nur eine oder zwei Einheiten und erzielen dabei netto etwa 5.500 Euro pro Jahr. Die Motive sind klar verteilt: 45 Prozent vermieten zur Altersvorsorge, 30 Prozent wollen aktiv Vermögen aufbauen.

Der DI Vermieterreport 2026 zeichnet ein klares demografisches Bild: Das Durchschnittsalter privater Vermieter liegt bei 58 Jahren, 60 Prozent der Befragten sind älter als 55 Jahre. Der Anteil jüngerer Vermieter unter 35 Jahren ist seit 2024 von 11 auf nur noch 5 Prozent gesunken – ein strukturelles Signal, das auf einen Generationswechsel durch Erbschaften und Schenkungen hindeutet. Wer eine geerbte oder geschenkte Immobilie weiter entwickeln und refinanzieren möchte, findet bei einem spezialisierten Vermittler die passende Begleitung.

Netz, ehemaliger Banker, startete mit 5.000 Euro Eigenkapital: „Fremdkapitalhebel ist unschlagbar – ich bewegte damit 500.000 Euro in ein Mehrfamilienhaus.“ Seine erste Wohnung in Güstrow stand leer – doch mit Einbauküche und Laminat vermietete er sie ortsüblich hoch. „Ab Tag 1 positiv, trotz C-Stadt.“

Wie stark das regional variiert, zeigt ein Blick auf einzelne Bundesländer:

Bundesland Anteil privater Vermieter (%) Mietwohnungsbestand (Mio.) Quelle
Baden-Württemberg 20 1,2 IW 2025
Bayern 17 1,0 Zensus 2022
Berlin 11 0,9 Destatis 2025
Mecklenburg-Vorpommern 15 0,2 Netz-Interview

Regionale Verteilung privater Vermieter Deutschland – Grafik zeigt Dominanz im Süden und Osten.

 

Grafik: Regionale Anteile privater Vermieter in Deutschland 2026 (IW-Daten)
Grafik: Regionale Anteile privater Vermieter in Deutschland 2026 (IW-Daten)
Grafik: Regionale Anteile privater Vermieter in Deutschland 2026 (IW-Daten)

Regionale Unterschiede: Wo private Vermieter glänzen

Nicht überall gleich: In BW und Bayern profitieren Vermieter von hoher Nachfrage und stabilen Mieten. Berlin kämpft mit Regulierung, doch Ostdeutschland boomt leise. Netz‘ Portfolio in Stralsund/Wismar: „Die Nähe zu Rostock und den Touristenattraktionen ist entscheidend. Die Mieter fühlen sich wohl, auch in 30 Jahren.“

In strukturschwachen Regionen wie Mecklenburg gilt: Zentrale Lagen wählen. „Je kleiner der Ort, desto näher am Kirchturm – Peripherie baut zuerst ab.“

Philipp Netz von der mieteinander GmbH / Anteil privater Vermieter

„Gewohnt wird immer. Die Nachfrage nach gutem Wohnraum ist in attraktiven Lagen weiterhin ungebrochen.“

Philipp Netz Immobilienbesitzer und Unternehmer

Seine Worte im Podcast „Fundament & Finanzen“ verdeutlichen: Privates Vermieten ist weit mehr als Renditeoptimierung. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Wohnraumversorgung, Lebensqualität und sozialen Stabilität in Städten und Gemeinden.

Diese Einschätzung deckt sich mit Marktdaten: Trotz Zinswende und gestiegener Baukosten bleibt der Wohnraumbedarf hoch – insbesondere in Städten, aber auch in vielen kleineren und mittleren Regionen.

Vom Einstieg zur Skalierung: Mehrfamilienhäuser als Gamechanger

Netz wechselte schnell von WEG-Wohnung zu MFH: „In der Eigentümergemeinschaft wenig Einfluss auf Fassade oder Garten. Im Mehrfamilienhaus halte ich das Zepter.“ Vorteil: Vollkontrolle, Hebelwirkung. Sein Sprung: 35.000 Euro Gewinn aus Wohnung → 500.000 Euro Finanzierung für MFH mit Leerstand. „Chance zur Strukturierung – 3 von 8 Einheiten frei.“

Wer Mehrfamilienhäuser kauft, trägt auch mehr Risiko. Netz selbst erlebte eine böse Überraschung: Eine Dachterrasse verursachte einen sechsstelligen Sanierungsschaden – auch der Gutachter hatte das Ausmaß nicht erkannt. Seine Lehre daraus: „Immer detailliert prüfen, nie auf den ersten Blick vertrauen.“ Bei der Mieterauswahl legt er Wert auf Bonität und Motivation: „Ich suche Leute, die morgens aufstehen und zur Arbeit gehen.“

Und bei der Finanzierung gilt dasselbe Prinzip wie beim Kauf: Vorbereitung schlägt alles. „Banken lieben strukturierte Pläne – 10-Jahres-Szenario, mehrere Anbieter vergleichen.“

Stadt oder Land? Regionale Unterschiede im Mietmarkt

Der Mietmarkt Stadt-Land-Vergleich offenbart deutliche Unterschiede in der Vermieterstruktur. In Kleinstädten mit bis zu 20.000 Einwohnern ist etwa jeder sechste Haushalt Vermieter. In Großstädten hingegen liegt der Anteil nur bei rund elf Prozent.

Bundesländer mit hoher Eigentumsquote und dezentraler Struktur – darunter Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern – weisen besonders viele private Vermieter auf. In strukturschwächeren Regionen zeigt sich zudem, dass private Vermieter oft bereit sind, auch dort zu investieren, wo institutionelle Anbieter zurückhaltender agieren.

Netz beschreibt dies aus eigener Erfahrung: Entscheidend sei nicht allein die Metropole, sondern die Frage, ob ein Standort langfristig bewohnbar und wirtschaftlich tragfähig bleibt.

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Energetische Sanierung als Belastungsprobe

Eine der größten Herausforderungen für private Vermieter bleibt die energetische Sanierung. Laut DI Vermieterreport 2026 haben 55 Prozent der Vermieter in den vergangenen Jahren mindestens eine energetische Maßnahme umgesetzt – am häufigsten den Heizungstausch (34%), Fenstertausch (25%) und Dämmmaßnahmen (18%). Gleichzeitig plant mit 59 Prozent die Mehrheit der Vermieter derzeit keine weiteren Sanierungsmaßnahmen – ein Anstieg gegenüber den Vorjahren.

Als häufigster Grund für Nichtinvestition wird fehlende Dringlichkeit genannt (64%), gefolgt von fehlenden Mieterimpulsen (21%) und hohen Kosten (17%). Für die Wohnungspolitik ergibt sich daraus ein klares Signal: Ambitionierte Klimaziele sind ohne verlässliche Förderstrukturen, transparente Vorgaben und administrative Entlastung kaum erreichbar – zumal das neu beschlossene „Mietrechtspaket II“ bei vielen Vermietern zusätzliche Unsicherheit erzeugt – hier lohnt sich frühzeitig ein Blick auf Finanzierungsoptionen für energetische Sanierungen.

Nähe zu Mietern als struktureller Vorteil

Ein oft unterschätzter Aspekt der privaten Vermietung ist die persönliche Nähe zu den Mietern. Entscheidungen werden schneller getroffen, Probleme direkter gelöst und Investitionen oft langfristiger gedacht.

Der Report belegt: 57 Prozent der privaten Vermieter finden neue Mieter über persönliche Netzwerke, 26 Prozent vergeben Wohnungen sogar ausschließlich außerhalb des öffentlichen Marktes. Das reduziert Transaktionskosten erheblich – erschwert aber gleichzeitig den Zugang für Haushalte ohne lokale Netzwerke, etwa Neuzuziehende oder internationale Studierende.

Philipp Netz betont, dass wirtschaftliche Vernunft und soziale Verantwortung kein Widerspruch seien:

Philipp Netz von der mieteinander GmbH / Anteil privater Vermieter

„Immobilien sind keine Gelddruckmaschine. Wer vermietet, braucht Vorbereitung, Risikobewusstsein und einen realistischen Blick auf Kosten und Erträge.“

Philipp Netz Immobilienbesitzer und Unternehmer

Rolle im deutschen Wohnungsmarkt

Die Rolle privater Vermieter im deutschen Wohnungsmarkt geht weit über reine Zahlen hinaus. Sie stellen den Großteil des Wohnungsangebots, investieren dezentral und tragen zur sozialen Durchmischung vieler Quartiere bei.

Für Politik, Finanzierer und Wohnungswirtschaft ist der hohe Anteil privater Vermieter in Deutschland daher ein zentraler Faktor. Regulatorische Eingriffe, Förderprogramme und Klimaschutzmaßnahmen wirken hier unmittelbar – positiv wie negativ.

Der Blick in die Zukunft zeigt: Private Vermieter sehen die größten Investitionschancen bei Seniorenwohnen (46%) und Wohnungen im Umland (46%) – Segmente, die eine durchdachte Immobilienfinanzierung für Vermittler erfordern.

Gefolgt von urbanen Mikrowohnungen (33%) und energieeffizienten Wohnungen (28%). Gleichzeitig fordern 55 Prozent mehr politische Aufmerksamkeit für bezahlbaren Wohnraum für mittlere Einkommen, 53 Prozent einen ausgewogeneren Interessenausgleich zwischen Mietern und Vermietern.

Wer heute noch zögert, könnte morgen im Wettbewerb um gute Objekte das Nachsehen haben – denn der Markt belohnt Vorbereitung und schnelles Handeln.

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❓ FAQ: Anteil privater Vermieter Deutschland

Wie hoch ist der Anteil privater Vermieter 2026?

Laut DI Vermieterreport 2026 (IW Köln) stellen private Vermieter über 60 Prozent des deutschen Mietwohnungsbestands – das entspricht rund 5,5 Millionen privaten Haushalten.

Was zeigt der DI Vermieterreport 2026?

Der Deutschland.Immobilien Vermieterreport 2026, erstellt in Kooperation mit dem IW Köln auf Basis von 1.002 befragten Vermietern, zeigt: Private Vermieter stellen über 60 Prozent des Mietwohnungsbestands, agieren langfristig und moderat bei Mietanpassungen – bewerten die Wohnungspolitik aber kritisch (Barometer: −8). 70 Prozent sind mit ihrer eigenen Vermietungstätigkeit zufrieden.

Eignen sich Mehrfamilienhäuser für Einsteiger?
Einsteiger fahren mit privat erworbenen Objekten steuerlich am besten. Ab etwa 8 bis 10 Einheiten lohnt sich auch der Aufwand einer eigenen Hausverwaltung.

Beste Regionen für private Vermieter?
Baden-Württemberg (20%) und Bayern (17%) bieten stabile Nachfrage und solide Renditen für private Vermieter.

Finanzierungstipps?
Philipp Netz empfiehlt: Einen 10-Jahres-Plan erstellen, mehrere Banken anfragen und sich nicht von der ersten Absage entmutigen lassen.

YouTube-Interviews: [Philipp Netz: Wohnen & Vermieten] | [Mehrfamilienhäuser]

Datengrundlage: DI Deutschland.Immobilien Vermieterreport 2026, in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln), Befragung von 1.002 privaten Vermietern, Februar 2026.

Aktualisiert: Dieser Artikel stammt aus dem September 2025 und wurde im Juli 2026 komplett überarbeitet.