Baufinanzierungsberater haben heute mehr Optionen als je zuvor: Direktzugänge zu Banken, freie Maklermodelle, spezialisierte Plattformen. Wer langfristig erfolgreich bleiben will, braucht mehr als Bankzugänge – er braucht Infrastruktur, Prozesse und echte Unterstützung im Alltag.

Genau das beschreibt das Prinzip des Plattformvertriebs in der Baufinanzierung. Was dahintersteckt, wie es sich von anderen Modellen unterscheidet und wie starpool dieses Modell konkret umsetzt, erklärt Geschäftsführerin Bettina Vockel im Gespräch mit Daniel Korth.

Was Plattformvertrieb wirklich bedeutet

Der Begriff klingt technisch – das Prinzip ist es nicht. Plattformvertrieb in der Baufinanzierung bedeutet: Der Vermittler berät, die Plattform liefert Infrastruktur. Bankzugänge, Antragsprozesse, Tools, Schulungen und Backoffice-Support laufen zentral – der Berater konzentriert sich auf den Kunden.

Das Gegenteil wäre der reine Direktvertrieb: Der Berater pflegt Bankbeziehungen selbst, recherchiert Konditionen eigenständig und baut Prozesse ohne Rückendeckung auf. Das funktioniert – kostet aber Zeit und skaliert schlecht.

Merkmal Plattformvertrieb Direktvertrieb
Bankzugänge Zentralisiert über Plattform Eigenständig gepflegt
Prozessunterstützung Backoffice, Vorprüfung, Schulung Eigenverantwortlich
Tools Über Plattform bereitgestellt Selbst beschafft
Skalierbarkeit Hoch – Infrastruktur wächst mit Begrenzt durch eigene Kapazität
Abhängigkeit An Plattform gebunden Volle Unabhängigkeit

Für viele spezialisierte Baufinanzierungsberater überwiegen die Vorteile der Plattform – besonders wenn das Volumen wächst oder Fälle komplexer werden.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Wie starpool sein Partnermodell neu ausgerichtet hat

In den vergangenen Monaten hat starpool sein Selbstverständnis als Plattform grundlegend geschärft – sichtbar in einem neuen Markenauftritt, einer überarbeiteten Website und einer strukturellen Neuausrichtung des Key Accountings.

Der entscheidende Unterschied zur alten Struktur: Bisher betreute ein Key-Account-Manager alle Partner seiner Region – vom Einzelberater bis zum großen institutionellen Partner. Das führte dazu, dass sehr unterschiedliche Anforderungen auf dieselbe Betreuung trafen.

Bettina Vockel erklärt die neue Logik: „Wir haben Key-Account-Manager, die betreuen die großen institutionellen Partner mit viel Umsatz – und wir haben eine Key-Account-Gruppe, die sich komplett nur ums Onboarding kümmert. Die sind darauf spezialisiert, einen Partner neu anzubinden und zu begleiten, wenn er zum ersten Mal eine Finanzierung auf der Plattform eingibt.“

Das bedeutet für Vermittler: Der Ansprechpartner kennt ihre konkrete Situation – nicht eine generische Partnergruppe. Wie diese Partnerbetreuung im Alltag konkret aussieht, erklärt Senior Sales Manager Christian Aleff im Detail.

„Technologie muss die Beratung unterstützen, nicht ersetzen. Digitalisierung schafft Raum für mehr Zeit mit den Partnern.“

Bettina Vockel Geschäftsführerin Starpool Finanz GmbH

Der Exklusivpartner-Status: Kriterien und Vorteile

Seit April 2025 gibt es bei starpool einen neuen Partnerstatus – den Exklusivpartner-Status. Die Idee dahinter ist keine Marketingmaßnahme, sondern Partnerbindung mit konkretem Mehrwert.

Voraussetzungen für den Exklusivstatus:

  • Umsatzvolumen von mindestens 25 Millionen Euro im Vorjahr

  • Konvertierungsquote von mehr als 60 Prozent

Der Status gilt zwei Jahre – damit auch ein schwächeres Jahr nicht sofort zum Statusverlust führt. Vockel begründet das klar: „Es macht keinen Sinn, jemanden ein Jahr zum Exklusivpartner zu machen, das nächste Jahr nicht und das Jahr danach wieder.“

Was Exklusivpartner konkret bekommen:

  • Bevorzugte Bearbeitungszeiten

  • Zusätzliche Austauschformate mit starpool

  • Einbindung in Weiterentwicklungsprozesse und neue Produkttests

  • Nutzung des Status in der Außenwirkung: „Exklusivpartner von starpool“

„Wir schaffen damit eine Community – Partner, die sich austauschen können, die nah an uns sind, die neue Ideen challengen. Der Exklusivpartner-Status ist dabei erst ein Start“, sagt Vockel. Weitere Partner-Stati sind bereits in Planung.

Tools: Was digitale Plattformprozesse im Alltag bringen

Ein zentrales Thema im Interview ist der Einsatz digitaler Tools – nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zur Zeitersparnis. Bettina Vockel bringt es direkt auf den Punkt: „Im Vertrieb steht immer der Mensch im Vordergrund. Technologie muss um den Menschen herum eingesetzt werden.“

Konkret setzt starpool dabei auf:

  • Starkey – KI-gestützte Informationssuche im internen Wiki: Statt hunderte Bankpartner-Seiten zu durchsuchen, stellt der Berater eine Frage und bekommt direkt die Antwort – etwa „Wer macht private Erbbaurechte?“

  • Digitalisierung der Antragsbearbeitung – starpool analysiert aktuell den gesamten Einreichungsprozess und automatisiert wiederkehrende Schritte

  • Neue Website – Informationen zu Bankpartnern, Produkten und Prozessen sind jetzt offen zugänglich, statt nur im geschlossenen Partnerbereich

Das Ziel ist nicht mehr Technologie um der Technologie willen, sondern Geschwindigkeit als Wettbewerbsvorteil. „Wir werden insgesamt schneller – und die Zeit, die wir sparen, kann jeder Mensch bei starpool für die Beratung der Partner verwenden“, so Vockel.

Einlass starpool Forum Hamburg im Museum Ballinstadt
Vortrag Christian Niemann und Bettina Vockel auf dem starpool Forum im Achtwerk in Rudersberg
Vortrag Forum Sued Philipp Hesch und Claudia Weigel
Zwei Personen auf einer Veranstaltung, die in die Kamera schauen und lächeln
Bühne starpool Forum in Hamburg mit Cristin Katzenmaier, Jens Gerhardt und Stefanie Neumann
Christian Niemann und Bettina Vockel Vortrag Forum Rudersberg

Persönliche Nähe trotz Plattformstruktur

Ein häufiges Vorurteil gegenüber Plattformmodellen: Je größer die Plattform, desto anonymer die Zusammenarbeit. Bettina Vockel widerspricht dem aktiv.

Bei den starpool Foren stehen nicht Geschäftsführer auf der Bühne, sondern die Menschen, die täglich mit Vermittlern arbeiten. Vockel beschreibt den Effekt: „Nach dem offiziellen Teil war wirklich viel Diskussion – man hat sofort gesehen, dass die Partner ihre Ansprechpartner direkt kannten und gleich im Gespräch waren.“

Das interne Bild, das Vockel dafür nutzt, ist das eines Segelbootes auf einer Regatta: Jeder hat seine Rolle, alle arbeiten auf dasselbe Ziel hin – ohne große Ansagen, Hand in Hand.

„Erfolgreicher Plattformvertrieb in der Baufinanzierung lebt von Beziehung, nicht von Anonymität.“

Bettina Vockel Geschäftsführerin Starpool Finanz GmbH

Wie sich der Baufinanzierungsvertrieb entwickelt

Für die kommenden zwei bis drei Jahre sieht Bettina Vockel zwei zentrale Spannungsfelder:

1. Digitalisierung und Tempo
Die Technologie entwickelt sich schnell. Wer nicht mitzieht, verliert Geschwindigkeit. Wer ständig neu erfindet, verliert Stabilität. Die Herausforderung liegt in der Balance.

2. Beziehung und Zugehörigkeit
Das langfristige Ziel ist nicht Kundenbindung im klassischen Sinne – sondern dass Vermittler sich als Teil der starpool-Gemeinschaft verstehen. „Ich wünsche mir, dass der Partner sich wirklich als Teil der starpool-Familie sieht“, sagt Vockel.

Ihr Wunsch für starpool in drei Jahren: „Digital stark und menschlich nah – und man kommt als Partner nicht mehr an starpool vorbei.“

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

❓FAQ: Plattformvertrieb in der Baufinanzierung

Was ist Plattformvertrieb in der Baufinanzierung?
Plattformvertrieb bedeutet, dass Baufinanzierungsberater über eine zentrale Plattform arbeiten, die Bankzugänge, Prozesse, Tools und Backoffice-Support bereitstellt. Der Berater konzentriert sich auf die Kundenberatung, die Plattform übernimmt die Infrastruktur.

Was unterscheidet Plattformvertrieb vom Direktvertrieb?
Im Direktvertrieb pflegt der Berater Bankbeziehungen und Prozesse eigenständig. Im Plattformvertrieb sind diese zentralisiert – mit dem Vorteil besserer Skalierbarkeit und fachlicher Rückendeckung, dafür mit einer gewissen Bindung an die Plattform.

Was ist der Exklusivpartner-Status bei starpool und wie bekommt man ihn?
Der Exklusivpartner-Status richtet sich an starpool-Partner mit mindestens 25 Millionen Euro Jahresumsatz und einer Konvertierungsquote über 60 Prozent. Der Status gilt zwei Jahre und bietet bevorzugte Bearbeitung, Community-Zugang und Außenwirkung als zertifizierter Exklusivpartner.

Ersetzt Digitalisierung die persönliche Beratung im Baufinanzierungsvertrieb?
Nein – und das ist ein bewusster Ansatz bei starpool. Technologie soll Routineprozesse abnehmen und Geschwindigkeit schaffen, damit mehr Zeit für persönliche Beratung und Partnerbetreuung bleibt.